Prosa


Druckfrisch, soeben erschienen: meine Erzählung für Kinder und Erwachsene:

Manouka lernt das Leben lieben!

 

Bestellungen und Fragen bitte über mein Kontakt-Formular.

Zeitgleich erscheint meine vierteilige Lyrik-Reihe.


Manouka lernt das Leben lieben

Eine Erzählung für Kinder und Erwachsene

 

Samtweich wie die heiße Schokolade fließt das Wissen der Großmutter in Manoukas Herz. Und während das Mädchen die noch ofenwarmen, himmlisch duftenden Zimtschnecken kostet, nimmt sie die weisen Worte in sich auf. In inniger Verbundenheit wächst so Manoukas Vertrauen ins Leben, in ihre Fähigkeiten und in sich selbst.

Die Erzählung über die großen Themen des Lebens berührt alle Herzen.

 

Mit Illustrationen von Isabelle Franke

 

Hardcover, 132 Seiten, gebunden, 18 €

 



Liebes*Leben (ein Auszug)

 

„Du Süße, was geht in dir vor, was möchtest du?“

Sie sitzen an dem kleinen Flüsschen auf den Steinen, die das Flussbett freigegeben hat. Das Wasser fließt mit einem feinen, leisen Gurgeln um die großen Steine herum. In ihr ist eine Wehmut, die sie nicht zuordnen kann. Sie wird tief geliebt, alles könnte so gut sein. Und dennoch ist da ein nagendes Gefühl in ihr, das sie von früher kennt. Ein Sehnen, das sich Erfüllung wünscht. Ein Verlangen nach etwas Fernem, Tiefen. Ein Ruf.

‚Was ich möchte? Was ich wirklich wirklich möchte?‘ Immer wieder rumort diese Frage in ihrem Kopf und immer wieder sackt sie ein kleines bisschen tiefer in ihren Gedanken, aber bislang blieb eine Antwort ungehört. Jedesmal, wenn sie sich diese Frage stellt, wird sie ein kleines bisschen klarer, ein kleines bisschen mutiger, aber es geht ihr viel zu langsam und sie wird oft ungeduldig. Aber schlussendlich spielt Zeit wohl keine Rolle.

„Im Grunde möchte ich einfach nur dieses Leben in Freiheit leben.“

„Und was meinst du damit? Was bedeutet in Freiheit für dich? Und lebst du es nicht?“

„Nein, noch lange nicht.“ Sie spürt, wie sich der Gedanke in ihr aufkommt, wie denn das auch gehen soll, aber sie spricht ihn nicht aus. Sie will ihm keine Kraft geben. Sie will nicht mehr sagen ‚ich kann das nicht‘. Sie will ihr Leben sortieren lernen und Prioritäten setzen. Sie will sagen lernen ‚ich will‘ oder eben ‚ich will nicht‘. Sie beginnt sich ihm zu erklären. „Ein Leben in Freiheit bedeutet für mich in erster Linie angstfrei. Ich möchte mich dem Leben anvertrauen können, aus meinem tiefen Inneren heraus, in der Gewissheit, dass alles gut ist. Ich möchte es mir nicht nur einreden, und darauf hoffen, dass das stimmt. Ich möchte es so gerne wirklich tief verankert wissen. Und ich weiß, dass das geht, dass man das wissen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich auf dem Weg dorthin bin. Aber noch ist etwas in mir so unsicher, und ich weiß überhaupt nicht, wohin die Reise geht. Noch kann ich mich längst nicht ganz und gar und vollkommen fallenlassen, noch habe ich dieses zutiefst verankerte Urvertrauen nicht in mir. Aber ich möchte es erlangen.“ Sie staunt selbst über ihre Ausführung und das Gefühl der Sicherheit in ihr, dass sie es auch erlangen wird. „Alles andere zählt doch nicht, alles andere ist doch nicht mein Sinn. Oder?“ Es ist nur eine rhetorische Frage und sie wartet gar keine Antwort ab. „Mein Sinn ist es, aus der Unsicherheit herauszufinden und die Sicherheit in mir so stabil sein zu lassen, dass nichts anderes mehr gilt, als meine mir immanenten Werte, eine alles umfassende Liebe und die sich ausdehnende, mich bis in den letzten Winkel erfüllende Freiheit, die sich darin erstreckt, ich zu sein. Dort werde ich sein, dort werde mich gefunden haben und die Suche wird zu Ende sein. Sein statt Suchen. Und dort werde ich in dieser absoluten Gewissheit sein, dass ich genauso, wie ich bin, gemeint bin, dass ich genauso wie ich bin, größtmöglich wertvoll bin. Nicht wertvoller als irgendjemand anders, aber auch nicht weniger wertvoll. Wir sind doch alle Kinder Gottes, Kinder des Lichtes, Kinder dieser Erde, die einem Himmelreich entstammen und denen es möglich ist, dieses Himmelreich auf der Erde zu manifestieren. Die Dualität soweit zu überwinden, um das Paradies wieder zu erschaffen, aus dem wir vermeintlich hinausgeworfen wurden. Hm. Vermeintlich. Ich glaube, in Wahrheit haben wir keine Schuld auf uns geladen, Männer nicht und Frauen nicht. In Wahrheit sind wir unschuldig und haben nur fälschlicherweise geglaubt, wir könnten schuldig sein. In Wahrheit sind wir Liebe und alles, was wir an Masken darüberlegen, weil wir glauben, wir seien es nicht, ist nicht die Wahrheit.“ Sie hält inne.

Er schweigt lange und hält sie fest im Arm. Er weiß wovon sie spricht. An vielen Stellen ist ihm diese Bewusstheit sehr klar und deutlich und manchmal steht er sich in seinem Alltagsleben auch selbst im Weg und hadert an der einen oder anderen Stelle. Aber wie sie fühlt er sich deutlich auf dem Weg dorthin.

Es genügt ihr als seine Antwort den sanften Druck seines Armes zu spüren, der sie fest an sich hält. Sie spürt Freiheit in diesem festen Druck, denn er ist ein Geschenk. Keine Erwartungserfüllung, kein Müssen, kein Sollen. Es ist ein körperlicher Ausdruck seiner frei geschenkten Liebe, seiner Wertschätzung  für sie und er lässt sie gleichzeitig völlig frei, das zu genießen oder nicht. Beides ist absolut ok für ihn. Sie darf so sein, wie sie ist.