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Bergsee

Türkisblau ist das Wasser, in das ich mich einlasse.Bade in einer urtiefen kristallenen Klarheit, kühlende Frische bitzelt auf meiner Haut. Sie strömen in mich ein. In ausladenden Schwimmzügen gleite ich sanft und gleichmäßig durch die Stille der umliegenden Bergwelt in die Klarheit in mir. Das kühle Wasser weicht meine Bewegungen aus und begleitet mich mit weichen zarten Berührungen. Es fließt um mich, umspült mich dadurch, dass ich mich in ihm bewege. Ich habe kein Ziel als das, dieses Wasser um mich zu spüren, mich von ihm tragen zu lassen, durch es hindurch zu gleiten. Ich habe die Fähigkeit erworben zu schwimmen, ich habe die Fähigkeit erworben mich dem Wasser hinzugeben. Und ich habe die Fähigkeit mich dem Sein hinzugeben. Ich muss nichts tun, als mich gemeinsam mit dem Wasser an diesem Augenblick zu erfreuen. Mit dem nächsten Zug des Schwimmens und Atmens dringt eine neue Welle vom Sein durch mich und gibt mich gleichzeitig eben diesem Sein frei. Die sonnenbeschienene Oberfläche des Wassers funkelt hell und glitzert. Und darunter, weiß ich, verbirgt sich der Stille Tiefe, in die ich eintauche. Dort wird die Stille noch mehr zu Stille in mir und während ich tauche, werde ich noch mehr eins in mir und mit dem Wasser, ich bin mein Sein. Alles um mich herum verschwimmt, nur das Wasser bleibt und begleitet mich durch es hindurch. Es urteilt nicht. Es ist. Es gibt mir jeden Weg in die Tiefe frei ebenso, wie jeden Weg wieder zurück nach oben. Jederzeit.

 

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